Inklusive Bildung am Beruflichen Schulzentrum Haßfurt

Pressebericht „Inklusive Berufliche Bildung“ / Heinrich-Thein-Schule Haßfurt / 2013-11

Inklusive Bildung am Beruflichen Schulzentrum Haßfurt

Inklusion an Beruflichen Schulen hat die Zielsetzung, dass junge Menschen, mit und ohne Lernschwierigkeiten, zukünftig in gemeinsamen Klassen unterrichtet werden können. Um zu erproben, welche Bedingungen dafür geschaffen werden müssen, findet der Schulversuch „Inklusive Berufliche Bildung in Bayern (IBB)“ statt, an dem die Heinrich-Thein-Schule in Haßfurt im Tandem mit der Adolph-Kolping- Berufsschule Schweinfurt als einzige Berufliche Schule in Unterfranken, teilnimmt.

Bereits im vergangenen Schuljahr startete das IBB-Modellprojekt mit sieben Schultandems aus fünf Regierungsbezirken. Der Schulversuch wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst initiiert und wird von der Stiftung Bildungspakt Bayern durch Fachtagungen und Fortbildungen für Schul- und Projektleiterinnen und –leiter gefördert. Die Stiftung stellt den Schulen darüber hinaus ein jährliches Schulbudget von 1000 Euro zur Erarbeitung und Erprobung ihrer Konzepte zur Verfügung. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Universität Würzburg und wird als eigenständiges innovatives Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds kofinanziert.

Ziel des Schulversuchs ist es, dass Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen und/oder emotionale und soziale Entwicklung einen regulären Berufsabschluss erreichen können. Dazu sollen nicht nur an den Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung, sondern auch an den allgemeinen Berufsschulen bzw. Berufsfachschulen entsprechende Bedingungen geschaffen werden. Durch gezielte individuelle Unterstützung aller Schülerinnen und Schüler sollen sowohl ein höheres fachliches als auch ein höheres allgemeines Kompetenzniveau erreicht und in der Folge die Rate der Ausbildungsabbrüche verringert werden.

Dies beinhaltet insbesondere die Entwicklung und Erprobung von organisatorischen, personellen und den Unterricht betreffenden Maßnahmen und spezifischen didaktisch-methodischen Vorgehensweisen. Parallel dazu erfolgen eine Weiterqualifizierung der Lehrkräfte an den allgemeinen Berufsschulen bezüglich ihrer „Förderkompetenz“ sowie eine berufsfachliche Weiterqualifizierung der Lehrkräfte an den Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung und die Ausarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft im Umfeld der Schulen.

Auf Initiative von Schulleiterin OStDin Heidrun Görtler von der Heinrich-Thein-Schule in Haßfurt und Schulleiterin SoRin Ulrike Albrecht-Schüler von der Adolph-Kolping-Schule in Schweinfurt arbeiten die beiden Schulen beim IBB-Modellversuch im Schultandem zusammen. Als Zielgruppe wurden die Ausbildungsberufe „Fleischer/in“ und „Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk Schwerpunkt: Fleischerei“ ausgewählt.IBB3 300px

Die Durchführung dieses Schulversuchs erfordert von den beteiligten Schulen und Lehrkräften eine besondere Abstimmung der Lerninhalte und der Unterrichtsorganisation. Ausbildungsbetriebe, die zuständigen Fleischerinnungen und die Kreishandwerkerschaft Haßberge unterstützen das Schultandem bei der Umsetzung des Modellversuchs.

Um sich einen Einblick über die praktische Durchführung des IBB-Projekts an der Heinrich-Thein-Schule zu verschaffen, besuchten Mitte November MRin Irene Schopf und OStR Sven Meyer-Huppmann vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Geschäftsführer MR Ralf Kaulfuß und Projektleiterin OStRin Inge Körber von der Stiftung Bildungspakt Bayern sowie Prof. Dr. Roland Stein von der Universität Würzburg die Heinrich-Thein-Schule.

Bei den Informationsgesprächen mit Schulleitung, beteiligten Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern , Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie der Kreishandwerkerschaft Haßberge und Vertretern der Ausbildungsbetriebe wurde deutlich, dass der Modellversuch nicht nur auf Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf positive Auswirkungen in Bezug auf Verhalten und Lernergebnisse hat. Alle Schülerinnen und Schüler profitieren von den zusätzlich angebotenen Lernmöglichkeiten und helfen sich bei der Lösung von Aufgabenstellungen gegenseitig. Diese Erkenntnis zeigt, dass man mit der Inklusion an Beruflichen Schulen auf dem richtigen Weg ist, damit die Jugendlichen, in einer sich ständig verändernden Gesellschaft, sowohl den fachlich-beruflichen Anforderungen gewachsen sind, aber auch mit sozialem Engagement ihr privates Leben meistern können.

 

Wilhelm Pfannkuch

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